Blog unverpackt

Hier lest ihr Spannendes aus der Welt von Fürst unverpackt, findet feine Rezepte zum Nachkochen und erhaltet praktische Tipps zum unverpackten Einkaufen.

Es liegt uns am Herzen, Nachhaltigkeit für alle zugänglich zu machen und euch ein nachhaltigeres Konsumverhalten zu ermöglichen. Denn, so ist es doch mit einer nachhaltigen Lebensweise: Sie ist ein kleiner Schritt für den Einzelnen, jedoch ein grosser Schritt für die Umwelt.

Viel Spass beim Lesen!

09.06.2021

Unverpackt? Eigentlich logisch.

Kunststoff - Segen und Fluch zugleich

Wir müssen essen. Was wir essen, müssen wir irgendwo herbekommen. Also gehen wir in ein Lebensmittelgeschäft. Wir kaufen Nüsslisalat, Brot, Schokolade und Müesli. Fast jedes Lebensmittel, das wir einkaufen, ist verpackt. Die meisten Verpackungen sind ganz oder zumindest teilweise aus Kunststoff. Weshalb? Kunststoff ist eigentlich eine tolle und praktische Erfindung: Er ist leicht, beliebig formbar, hält Lebensmittel frisch und schützt sie beim Transport in den Lebensmittelladen und von dort zu uns nach Hause. Deshalb werden seit Jahrzehnten Tonnen von Plastik hergestellt und die Menge an Plastikabfall pro Person wächst mit jedem Jahr. Nur: Plastik ist nicht abbaubar. Und hier wirds problematisch. Hat der Plastik ausgedient - zum Beispiel als Verpackung - muss er irgendwo hin. Wird er verbrannt, entstehen belastende Emissionen für die Umwelt. Landet er auf einer Mülldeponie, bleibt er, wo er ist. Praktisch für immer. Jedes Jahr enden Unmengen von Plastik nicht nur auf Abfallbergen, sondern auch in Flüssen, Seen und Meeren. Und das ist eine grosse Belastung für die Umwelt. Aber was soll man machen? Schliesslich müssen wir Lebensmittel einkaufen.

Es muss andere Wege geben. Und hier beginnt die Geschichte des Fürst unverpackts. Die Gründer Daniel und Andreas Fürst wollten weg von den vollen Abfallsäcken. Sie haben recherchiert, sich informiert und schon bald die Idee des eigenen unverpackt Ladens mitten in Bülach entwickelt. Der Traum nahm rasch konkrete Formen an und 2017 war es dann soweit: Am 1. Juli 2017 öffnete der Fürst unverpackt in Bülach seine Tore. Und siehe da: Die Nachfrage nach unverpacktem Einkaufen besteht, schnell gewann der Laden Kunden und es werden ständig mehr.
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Unverpackt einkaufen - macht Sinn

Wer unverpackt einkauft, produziert viel weniger Abfall - weil man die Verpackung selbst mitbringt. Nüsse kommen ins leere Marmeladenglas, Brot in ein Geschirrtuch, Schokolade ins Wachstuch und Mehl in die Vorratsdose. Sind die Einkäufe aufgebraucht, wäscht man die Behälter aus und füllt sie im Laden erneut. Der Effekt ist umgehend spürbar: Daniel Fürst beispielsweise produziert mit seiner vierköpfigen Familie inzwischen nur noch soviel Abfall wie in einen kleinen 17L-Abfallsack passt. Und das nicht pro Woche, sondern in knapp zwei Monaten.

Unverpackt Einkaufen hat aber nicht nur eine positive Auswirkung auf die Abfallmenge einzelner Haushalte. Es reduziert auch den Plastikabfall in der Logistik. Fürsts unverpackt Laden ist darauf bedacht, seine Waren in grossen Gebinden einzukaufen und spart damit Plastikverpackungen für kleinere Bestellmengen. Wo immer möglich, werden Lieferungen in Mehrwegbehältern bezogen. Wenn das nicht geht, dann kommt die Ware in grossen Säcken aus Papier oder Schachteln aus Karton. Nur ganz wenige Produkte werden in Plastiksäcken angeliefert. Meist sind dies Frischwaren, wie zum Beispiel Seitan oder Tofu. Das Fürst unverpackt-Team wird nicht müde, gerade diesen Herstellern den Wunsch nach verpackungs- oder zumindest plastikfreier Lieferung immer wieder ans Herz zu legen.
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Ausserdem: Unverpackt einkaufen vermindert Foodwaste

Weggeworfen wird aber natürlich nicht nur Plastik. Allein in der Schweiz landen pro Jahr mehrere Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Auf den ersten Blick sind weggeworfene Lebensmittel nicht so belastend für die Umwelt wie Plastik. Betrachtet man das Thema Foodwaste aber genauer, erkennt man, dass mit jedem Lebensmittel, das weggeworfen wird, auch jede Menge Energieressourcen aus der Herstellung im Abfall landen. So benötigt jeder Apfel oder jede Kartoffel Wasser zum wachsen und verursacht CO2-Emissionen. Landen Apfel und Kartoffel auf dem Müll, wurden die Ressourcen umsonst eingesetzt.
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Wer unverpackt einkauft, wirft weniger Lebensmittel weg, denn man kann sich exakt die Menge abfüllen, die später auch verbraucht wird. Du brauchst für ein spezielles Gericht nur eine geringe Menge eines bestimmten Mehls? Kein Problem, wäge dir genau 255g davon ab. Würdest du mangels Alternativen eine grosse Packung kaufen und den Rest irgendwann wegwerfen, gingen wertvolle Ressourcen verloren. Aber nicht nur: Im weiteren Sinne wirfst du dann auch Geld weg. Dir hätte ja eine kleinere Menge Mehl gereicht und dafür hättest du weniger bezahlen müssen. Wer Foodwaste im eigenen Haushalt minimiert, der spart letzten Endes also auch Geld.

Foodwaste vermeidet Fürst unverpackt zudem bei seinem Menüangebot: Der Laden bietet täglich zwei verschiedene Menüs an. Diese sind so ausgewählt, dass aus dem Laden verbraucht wird, was sonst weggeworfen werden müsste, weil es übrig ist oder bald abläuft. Ausserdem müssen die Menüs im Vorfeld bestellt werden. Es wird also nur gekocht, was am Ende auch wirklich gegessen wird.

Sage auch du dem Abfall den Kampf an!

Möchtest du mithelfen, die Abfallberge nicht noch weiter wachsen zu lassen? Dann probiere das unverpackt Einkaufen einfach aus. Bei uns im Laden findest du Rat - und ein Starterset mit Behälter, Taschen und Wachstüchern, damit dein erster unverpackte Einkauf zum vollen Erfolg wird.

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Wir freuen uns auf dich!

Text: Lea Cortesi

Admin - 10:09 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen