Blog unverpackt

Hier lest ihr Spannendes aus der Welt von Fürst unverpackt, findet feine Rezepte zum Nachkochen und erhaltet praktische Tipps zum unverpackten Einkaufen.

Es liegt uns am Herzen, Nachhaltigkeit für alle zugänglich zu machen und euch ein nachhaltigeres Konsumverhalten zu ermöglichen. Denn, so ist es doch mit einer nachhaltigen Lebensweise: Sie ist ein kleiner Schritt für den Einzelnen, jedoch ein grosser Schritt für die Umwelt.

Viel Spass beim Lesen!

01.07.2021

Warum ist beim Fürst alles Bio oder Demeter, regional, saisonal und vegan?

Bio, Demeter, was? Wir bringen etwas Ordnung in den Label-Dschungel

“Kauf regional ein! Und saisonal! Und achte auf das Bio-Label!” Das liest und hörst bestimmt auch du immer wieder. Bei der Auswahl der Produkte, die du im Fürst unverpackt findest, sind diese Label von grosser Bedeutung. Was aber bedeutet Bio? Was ist Demeter? Warum ist es so wichtig, auf diese Labels zu achten? Und warum sollte man regional, saisonal und vegan einkaufen? Hier liest du, wofür diese Bezeichnungen stehen und weshalb es Sinn macht, darauf zu achten.

Bio
Ein wichtiger Punkt vorweg: Bio-Richtlinien sind international unterschiedlich. Die Vorgaben, welche Bio Suisse-Lebensmittel und -Produkte erfüllen müssen, sind um einiges strenger als jene der EU. Alle Bio-Label haben jedoch gemein, dass sie für jene Herstellungs- und Verarbeitungsarten verwendet werden dürfen, bei welchen die Interessen von Mensch, Tier und Natur im Gleichgewicht stehen. Bio-Produkte stammen aus ökologisch kontrolliertem Anbau, was bedeutet, dass Bio-Rohstoffe wie zum Beispiel Saatgut nicht genetisch verändert sein dürfen. Ausserdem muss der Gemüse- und Früchteanbau und die Produktion ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Klärschlamm stattfinden.

Warum macht es Sinn, Bio-Produkte einzukaufen? Die Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt werden durch eine biologische Landwirtschaft bewusst gepflegt und gefördert. Bio-Lebensmittel sind natürlich gewachsen, enthalten praktisch keine giftigen Rückstände von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, dafür umso mehr gesunde Inhaltsstoffe. Somit sind Bio-Lebensmittel nachhaltiger und weniger schädlich für die Umwelt als konventionelle Lebensmittel.

Setzlinge.png

Demeter
Was aber ist denn nun Demeter und wo liegt der Unterschied zwischen Demeter und Bio? Wer Demeter-Produkte herstellen will, muss sich zusätzlich zu den Bio Suisse-Richtlinien an Vorgaben der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und Verarbeitung halten. Das bedeutet, dass auf Demeter-Betrieben noch stärker auf eine schonende und natürliche Produktion geachtet wird. Hier ein paar Beispiele für Demeter-Vorgaben:

- Für Demeter-Produkte sind weniger Zusatzstoffe erlaubt als in der Bio-Produktion. So dürfen beispielsweise bei der Herstellung von Teigwaren keine Getreidestärke oder Gluten eingesetzt werden.
- Verwendung von Kupfer im Gemüseanbau ist verboten
- Es muss ein grösserer Teil der Betriebsfläche für die Förderung der Biodiversität eingesetzt werden als auf Bio-Betrieben
- Kühe dürfen nicht enthornt werden

Vereinfacht gesagt gehen die Vorgaben für eine Produktion im Einklang mit der Natur beim Demeter-Label einen Schritt weiter als jene, die für Bio-Produzenten gelten.

FU regional saisonal.jpg

Regional und saisonal
Wer regional einkauft, schadet der Umwelt weniger. Weshalb? Kommen Produkte aus der Umgebung, haben sie einen kleineren Weg, den sie bis zum Laden zurücklegen müssen. Damit fällt ihre CO2-Bilanz wesentlich besser aus, als wenn sie von weit weg angeliefert werden müssten. Zudem fallen durch kurze Transportwege oft auch weniger Verpackungsabfälle an (lies dir zum Thema Verpackungen den letzten Fürst-Blogpost durch).

Gemüse und Früchte aus der Region sind oft schmackhafter. Das liegt daran, dass sie noch an der Pflanze oder am Baum voll ausreifen können und nicht grün und stabil geerntet werden, damit sie den langen Transport in den Laden möglichst unbeschadet überstehen.

Bei der Wahl von regionalem Gemüse sollte zudem darauf geachtet werden, dass wir uns für Sorten entscheiden, die gerade Saison haben. Wer im Januar Tomaten kauft, der kauft Früchte, welche zwar vielleicht aus der Region kommen, die jedoch nicht auf dem Feld oder in einem Tunnel, sondern in einem beheizten Gewächshaus gewachsen sind. Die Umweltbelastung durch Treibhausgase solcher Gewächshäuser ist enorm und durch saisonales, lokales Einkaufen sehr einfach zu vermeiden. Das Bio-Label spielt übrigens auch beim Thema Gewächshäuser eine grosse Rolle, denn im Bio-Anbau sind beheizte Gewächshäuser schlicht nicht erlaubt. 

Ausserdem stärkt das Kaufen von lokalen Produkten die Betriebe in der Umgebung: Regionale Produzenten können dank gutem Umsatz bestehen bleiben und allfällige Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Vegan
Das letzte Label auf unsere Liste ist die vegane Ernährung und Lebensweise. Im Frühjahr 2020 hat sich Fürst unverpackt dazu entschlossen, alle tierischen Produkte, sowohl aus dem Food- als auch im non-Food-Bereich, ausgehen zu lassen und allmählich ganz zu einem veganen Angebot überzugehen. Die Menschen hinter Fürst unverpackt sind ÜberzeugungstäterInnen und die Belastung für Um- und Tierwelt durch den Konsum tierischer Produkte passte nicht länger zum Ladenkonzept. Was machen denn tierische Produkte mit der Umwelt?

Vegan für die Luft: Nutztierhaltung verursacht enorm grosse Mengen an Treibhausgasen. Nutztiere verschlingen enorme Mengen Futter. Dieses Futter wird meistens weit entfernt von den Tieren hergestellt und muss dann den weiten Weg zu den Zuchtbetrieben zurücklegen. Zudem produzieren Wiederkäuer in ihren Mägen Methan, das als Gas 23-mal so klimawirksam ist wie CO2. Somit hat nicht nur Fleisch eine schlechte Klimabilanz, sondern auch Käse, Butter und Eier.

Vegan für das Land: Nutztiere brauchen wie schon erwähnt Futter. Und davon sehr viel, vor allem Soja. Für dessen Anbau werden in Südamerika kontinuierlich grosse Flächen Regenwald abgeholzt. Den Regenwald brauchen wir aber, denn keine Fläche absorbiert mehr CO2 als ein gesunder Regenwald.

Vegan für das Wasser: Ein Kilogramm Rindfleisch auf unserem Teller verbraucht im Durchschnitt über 8000 Liter Wasser. Und das nicht, weil Rinder einen so unglaublich grossen Durst haben. Schuld daran ist erneut das Tierfutter: Der Futteranbau verbraucht viel Wasser und findet in Erdregionen statt, wo Wasser sowieso schon knapp ist. Damit trägt der Anbau von Tierfutter signifikant zur weiteren Verknappung dieser kostbaren Ressource bei.

Wasserverbrauch Ernhrung.jpg
Quelle Grafik: Swissveg, Zahlenquelle: UNESCO-IHE Institute for Water Education

Vegan für die Tiere: Kühe, Schweine, Hühner und Fische sind empfindungsfähige Lebewesen wie Hunde, Katzen - und wir Menschen. Jedes Lebewesen hat ein Recht auf ein artgerechtes Leben. Die vegane Lebensweise respektiert dieses Recht. Vegetarisch einzukaufen, zu essen und zu leben geht dagegen zu wenig weit: Kühe und Hühner, die für die Milch- und Eierproduktion gehalten werden, werden zwar nicht getötet und gegessen. Ihre Haltung ist ihrer Art aber mehr als unwürdig und sobald sie nicht mehr ausreichend Milch produzieren und täglich Eier legen, findet auch ihr Leben ein viel zu frühes Ende.

Khe.png

Und nun, nach so vielen Erklärungen, Beschreibungen und Argumenten für all diese Labels, schwirrt dir bestimmt der Kopf. Verständlich! Vielleicht fragst du dich, wie du nun möglichst nachhaltige Kaufentscheidungen treffen sollst. Lass dir in diesem Punkt von uns helfen! Denn wir haben die schwierige Vorauswahl der Produkte bereits für dich getroffen: Alles, was du bei uns im Laden findest, ist vegan, Bio, wenn möglich Demeter, aus der Region und saisonal. Weil es einfach Sinn macht.

Wir wünschen dir viel Spass beim bewussten Einkaufen - ohne schlechtes Gewissen! 

Text: Lea Cortesi

Admin - 10:50 | Kommentar hinzufügen

Kommentar hinzufügen

Die Felder Name und Kommentar sind Pflichtfelder.

Um automatisierten Spam zu reduzieren, ist diese Funktion mit einem Captcha geschützt.

Dazu müssen Inhalte des Drittanbieters Google geladen und Cookies gespeichert werden.