07.02.2022

Plastikfreies Badezimmer

Machen wir ein Experiment: Stell dich in dein Badezimmer, öffne Türchen und Schränke, Schubladen und Körbe und schau dich um. Wie viele Produkte für deine tägliche und wöchentliche Körperhygiene bestehen aus Plastik, sind in Plastik verpackt oder enthalten Mikroplastik? Nichts? Wunderbar, dann kannst du diesen Beitrag jetzt schliessen, dich aufs Sofa legen und Pause machen.

Doch sind wir ehrlich: Bei fast allen von uns steht und liegt im Bad ziemlich viel Plastik rum. Und es lohnt sich, dass wir uns darüber mal ein paar Gedanken machen. Schliesslich verbringen wir doch täglich Zeit im Bad und damit, unseren Körper zu pflegen. Ist es nicht eine verlockende Vorstellung, bei der Wahl unserer Produkte nicht nur an unser, sondern auch an das Wohl der Umwelt zu denken? Weniger Plastik im Bad - das ist erstaunlich einfach zu erreichen. Hier kommen ein paar Ideen und Tipps.

Unter der Dusche

Hast du schon mal vom Trend gehört, sich die Haare einfach nicht mehr zu waschen und überhaupt komplett aufs Duschen zu verzichten? Offenbar bekommt man es mit ausreichend Geduld und Ausdauer hin, dass die Haare irgendwann nicht mehr fettig werden und auch der Körper nicht mehr unangenehm riecht. Wenn du das ausprobieren möchtest, dann brauchst du natürlich weder Shampoo, noch Seife und bist fein raus.

Wenn du jedoch nicht so grosse Lust auf dieses Experiment hast, gibt es auch andere Möglichkeiten, die Duschroutine umweltfreundlicher zu gestalten: Wasch dir die Haare mit einer festen Haarseife, pflege sie mit einem festen Conditioner und nutze für die Körperreinigung eine feste Duschseife. Diese Produkte gibt es entweder unverpackt oder in Karton eingefasst zu kaufen. Und schon hast du jede Menge Plastik gespart. Die routinierten Handgriffe unter der Dusche musst du dann zwar ein wenig umstellen, aber das kriegst du hin, versprochen!

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So, damit wären wir schon mal sauber. Da stehen aber noch ganz viele weitere Plastikbehälter rum, denkst du? Also weiter.

Nach der Dusche
Deo braucht der Mensch. Dein Umfeld dankt. :-) Nutze auch hier entweder ein festes Deo, das du unverpackt oder in der Kartonschachtel kaufen kannst. Oder du nimmst eine Deo-Crème. Die Crème gibt es im Glas- oder Weissblechbehälter. Die Behälter können dem Hersteller oft zurückgegeben werden. Der reinigt sie und verwendet sie immer wieder als Verpackung.

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Dann möchtest du vielleicht noch deinen Körper eincremen. In ausgewählten Geschäften gibt es nachhaltig hergestellte Körperlotionen, die in hübsche Glasbehälter mit Dosierpumpe abgefüllt sind. Ist die Lotion aufgebraucht, kannst du den Behälter zurückgeben. Dieser wird dann gereinigt, neu befüllt und kommt wieder in den Verkauf.

Am Lavabo
Jetzt sind Gesicht und Zähne an der Reihe: Wir brauchen Zahnbürste und Wattepads. Auch hier gehts plastikfrei. Zahnbürsten aus schnell nachwachsendem Bambus und Borsten aus Bio-Nylon sind gut zu deinen Zähnen und der Umwelt. Passend dazu gibt es sogar Zahnpasta ohne Plastikverpackung, sogenannte Zahnputz-Tabs aus dem Gläschen. Um sich die Zähne mit solchen Tabs zu putzen, musst du dich zwar etwas umgewöhnen, umständlicher als mit Zahnpasta ist es aber keineswegs und ausserdem sehr handlich für unterwegs.

Herkömmliche Wattepads, die in vielen Haushalten täglich verwendet werden, sind eine grössere Umweltbelastung, als man auf Anhieb annehmen würde: Die Herstellung der Pads braucht sehr viel Wasser, man kauft sie in einer Plastikverpackung und auch die darin enthaltene Baumwolle stammt oft von Baumwollfeldern, die mit Pestiziden gespritzt wurden. Auf Pestizidrückständen in einem Pad, das wir für das tägliche Reinigen unseres Gesichts verwenden, können wir wohl alle getrost verzichten. Abhilfe schaffen da waschbare, nachhaltig hergestellte Baumwoll-Pads. Sie sind sanft zur Haut und können immer wieder gewaschen und wiederverwendet werden.

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Gesichtscremes, Peelings und Abschminkmittel kann man zwar per Definition nicht unverpackt kaufen. Doch auch diese gibt es ohne Plastikverpackung. Wie bei der Körperlotion gibt es auch sie in Glasbehältern, die zurückgegeben werden können und wiederverwendet werden.

Monatshygiene
Zuletzt kommen wir zu einem Thema, das nicht alle von uns betrifft. Jene, die es betrifft, haben allerdings äusserst regelmässig damit zu tun: Die Monatshygiene. Konventionelle Binden, Slipeinlagen und Tampons bestehen aus einem Zellstoff-Plastikgemisch. Das bringt viel Plastik an unsere Haut und in den Abfall. Der darin enthaltene Zellstoff ist ausserdem ein Grund für abgeholzte Wälder. Du magst Bäume im Wald? Wir auch. Darum lohnt sich der Umstieg auf Stoffbinden. Diese bestehen aus Bio-Baumwolle, sind in unterschiedlichen Grössen erhältlich und äusserst angenehm zu tragen. Nach der Verwendung kannst du sie in der Maschine waschen und schon sind sie wieder einsatzbereit.

Aber du verwendest sowieso lieber Tampons? Auch gut. Dann probier doch mal eine Menstruationstasse aus. Bestehend aus medizinisch geprüftem Silikonmaterial sind solche Cups hygienischer als Tampons und bleiben dir über Jahre erhalten. In der Verwendung sind sie ausserdem einfach, sicher und angenehm. Ein Versuch lohnt sich.

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Haben wir etwas Wesentliches aus der täglichen Routine im Bad vergessen? Komm zu uns in den Laden oder schau dich in unserem Webshop um. Was es auch ist - es gibt für (fast) jedes Alltagsprodukt eine plastikfreie Alternative. Wir beraten dich gerne.

Text: Lea Cortesi

Admin - 13:55 | Kommentar hinzufügen

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